Herman Seidl (Fotohof Salzburg) über "Noch immer"
Petra Kodyms Arbeiten entstehen aus einem mehrschichtigen künstlerischen Prozess von Inszenierungen. Öffentlicher Raum wird temporär mit Worten versehen, die in zeitlichem Abstand um weitere Worte ergänzt werden und mit dieser zeitgestreckten Erweiterung jedes Mal neue Bedeutungsebenen ergeben. Die Kamera dient ihr bloß als Aufnahmeapparatur dieser aktionistischen Vorgangsweise - die man insgesamt mit "Urbaner Land Art" beschreiben könnte. Doch damit nicht genug, aus den vorhandenen Fotodokumenten entstehen Leuchtkästen, die den formalen Abschluss dieser mehrschichtigen Inszenierung bilden.
Petra Kodym setzt sich in ihren Arbeiten mit menschlichen Ängsten, Wünschen und Sehnsüchten auseinander, die den Medien, den Kirchen, der Medizin, der Werbe- und Pharmaindustrie, aber auch politischen Mächten eine starke Basis für Manipulation bieten.
In ihren Collagen und Acrylbildern verbindet sie Texte und Bilder aus Massenmedien und führt den Betrachter in eine irritierende Welt, in der nichts so ist, wie es scheint und alles hinterfragt werden muss. Dabei entbehrt es ihr nicht an Humor, der als einzige Rettung erscheint, um mit den Gegebenheiten fertig zu werden und den steten Manipulationsversuchen standzuhalten. Witz und Ironie verleihen die Fähigkeit sich über sozio-politische Realitäten hinwegzusetzen und die Welt nicht zu Ernst zu nehmen. Wem dies nicht gelingt, der läuft Gefahr wie einer der Protagonisten von Petra Kodyms Bildern zu enden, die, zusammengesetzt aus verschiedensten Traumvorstellungen anderer ihre Individualität und Freiheit eingebüßt haben. Leonie Weißenbach, Kunsthistorikerin
Artikel Augsburger Allgemeine 20.9.2010
... in die Harderbastei.
... einer beeindruckenden Klang- und Wortperformance von Petra Kodym und Markus Bless ....